Pfarrer Anton Gottstein

Anton Gotstein, der „Vater des Denkmals", wurde am 25. Januar 1790 in Hottingen als Sohn eines Landwirts geboren. Hottingen liegt am südlichen Rand des Schwarzwaldes in der Nähe von Säckingen und gehört zur Diözese Konstanz. Gottstein war, laut Pfarrakte des Erzbistums München-Freising wohl zunächst Schuhmachergehilfe.

k-Landshut UniversittAls 20-jähriger kam er nach Bayern und studierte ab 1819 in Landshut Theologie. Sein Studium war ihm nur möglich geworden, weil er verschiedene Wohltäter fand, die ihn unterstützten. So blieb er auch nach dem Studium in Bayern und wechselte 1823/24 vom badischen zum bayerischen Untertanenverband.

Er war ein sehr eifriger Student und wurde in seinem Zeugnis der Universität in allen Fächern mit „unermüdlichem Fleiße" oder „ganz vorzüglichem Fleiße" und „vorzüglichem Fortgange" bewertet.

Am 31. August feierte Anton Gottstein seine Priesterweihe. Bevor er 1832 als Pfarrer nach Gammelsdorf kam, war er in verschiedenen Orten als Kooperator oder Vikar tätig. Nach dem Zerwürfnis mit einem Teil der Gammelsdorfer Bevölkerung wurde er nach Kirchdorf bei Bad Aibling, danach nach Rieden im Dekanat Wasserburg versetzt. Seinen Lebensabend beschloss er in Landshut, wo er als Benefiziat im Krankenhaus tätig war und am 25. April 1858 starb.

Er war ein sehr eifriger Pfarrer, der „im Beichtstuhle sehr gerühmt und in der Schule sehr fleißig und tätig" war. Lobend wurde immer erwähnt, dass er „weder dem Spiele, noch dem Trunke noch sonst einer verderblichen Leidenschaft ergeben war". Allerdings eckte er bei den Pfarrangehörigen mit seiner gegenüber ihnen praktizierten „zurückstoßenden Härte" und seinem Leitspruch „man muss den Leuten die eiserne Stirn bieten" an und schuf sich vor allem bei seiner Tätigkeit in Gammelsdorf wenig Freunde.k-Dorf Litographie0001

k-AK3Dass in seiner Pfarrei nicht lauter Lämmchen lebten, bestätigten auch sein Vorgänger (Pfr. Reif: „es herrscht das Laster der Unzucht") und Nachfolger (Pfr. Schöffmann: „Niemand will diese Flegel zurechtweisen, indem die Eltern aus falscher Humanität es sehr unlieb aufnähmen und Jahr und Tag Haß gegen den trügen, der eines ihrer liebenswürdigen Söhnlein anzeigen oder zurechtweisen wollte.") Pfarrer Gottstein traute sich, schuf sich viele Feinde und musste letztendlich kapitulieren. Er bedauerte bei seinem Weggang, dass „diese leidigen Missgeburten mich von diesem klassischen Boden, wo ich für das wichtigste was einst dort vorfiel, große Opfer auf dem Altar des Patriotismus brachte, vertrieben".

Die Hauptgegner waren der Revierjäger Anton Peter, der Mair in Höfl Xaver Pichlmair, der Grubmair Johann Kammerer und der Windblasi Bartholome Prieler. Die Streitpunkte waren die Abgabe des Kleinzehnten, Probleme mit der Pfarrerköchin, der mangelnde Kirchenbesuch und vieles mehr.

 

Bildnachweis:

Abb. 1: Stadtarchiv Landshut

Abb. 2, 3: Privatbesitz