Veit Arnpeck

(* um 1440 in Freising; † Ende 1495 in Landshut) war ein bayerischer Geschichtsschreiber. Er gilt als bedeutendster bayerischer Chronist vor Johannes Aventinus.

- Bayerische Chronik

Die nachvolgende istory ist geschriben worden, als herschet der dritt Frietrich romischer Kaiser, und sein sun Maximilian, romischer konig, ....

... Anno 1312 an sand Gorgonii tag starb küng Otto und ward begraben zu Säldental und lie ainen sun, der bas genant herzog von Naterberg. und do küng Otto enpfand, das er sterben müst, vodret er di bürger zu Landshut und Straubing und bei irem aid befalch er in, das sy den icz genanten seinen sun Hainrich und auch seines bruder , herzog Steffans kind Heinrich, der bas bey acht jaren und Oten, bei vier oder fünf jaren, nimant anderm sollten befelhlen mitsambt dem fürstentum dann seinem vetteren, herzog Ludbig zu München, den jungen, der darnach küng ward, das si auch treulich verbrachten. dawider waren sam all dienstleut und ritterschaft in Niderbaiern und vermainten di kinder und ir fürstentum den herzogen zu Ostereich zu entpfelchen, damit die kinder und das land bas versorgt würden, und aus solher ursach begab es sich, das niemant sicher was im land, und als nu herzog Ludbig in Oberbairen sich besamlet und wolt daz herzogtum mit gewalt einnemen, dabider besamlet sich auch der adl und ritterschaft in Niderbairen mit hilf der herzogen in Östereich und zugen herzog Ludbig engegen und stritten mit im bei dem dorf Gamlstorf. do geschach ain herter streit, und herzog Ludbig gesigt.

Es begab sich auch, als di Österreicher mit den Niderbairischen in di flucht kamen und di pruk gen Folkmanstorf [Volkmannsdorf, Bezirksamt Freising}, da prach die pruk under in, und ir ertrank aus der massen vil zusambt den, di in di Iser gejagt und geschlagen wurden. man hat auch noch bei unsern zeiten der selben endeishüt in der Iser gefunden und etlich gulden. man findet auch noch pey unseren zeiten, so man neuakert, sporen, sbert und anderen harnasch. man hat auch pey unseren zeiten in ainem holz daselb gefunden auf ainer grossen feichten in der östen ainen man in ganzem harnach verbesen bis an di bayn.

Der Osterreichischen wurden da vyl erschlagen und der edlen vil gefangen. durch den sig macht in herzog Ludbig das land unterthänig als ainem vormund. der streit ist geschehen an sand Theodori tag, des heiligen martrers, nach Christi geburt 1313.

 

Johannes Aventinus k-Aventinus

(* 4. Juli 1477 in Abensberg (Niederbayern); † 9. Januar 1534 in Regensburg) war ein deutscher Historiker und Hofhistoriograph. Er hieß eigentlich Johann Georg Turmair. Seinen Namen latinisierte er zu "Aventinus" (der "Abensberger"). k-Aventinus Denkmal AbensbergEr gilt als ein Wegbereiter der klassischen Philologie in Deutschland. Als sein Hauptwerk gelten die zwischen 1517 und 1522 entstandenen "Annales ducum Boiariae", in denen er die bayerische Geschichte bis zum Jahre 1460 behandelte. Die "Bairische Chronik" (geschaffen 1526–1533), eine deutsche Bearbeitung seiner Annalen, ist volkstümlicher geschrieben und besticht durch eine freie und unabhängige Denkweise in nationalen und kirchlichen Fragen. Begraben wurde Aventin im Kloster Sankt Emmeram in Regensburg.

- Bairische Chronik

88. Von des ungerischen künig Otens tod zu Landshuet und einem Krieg der von Österreich mit herzog Ludwig von München, so nachmals kaiser ward, von der vormundschaft wegen der jungen fürsten in nidern Bairn.

Als man schrieb drenzehenhundert und zwelf jar, den negsten tag nach unser frauen geburt starb künig Ot aus Ungarn, herzog in Bairn, zu Landshuet; hat gelebtainsundfünfzig jar. Lies under im Hainrichen den funfzehenden (war nur dreizehen tag alt) seinen sun, genant den herzog von Naternberg, alda er erzogen ist worden; dergleichen herzo Hainrichen den vierzehenden (acht jar alt), Oten den fünften (fünf jar alt), seins brueders herzog Steffans süne.

Und do er ( künig Ot ) empfand, das er von disem jamertal schaiden solt, seines lebens nimer wär, fordret er zu im die burger von Landshuet und Straubing, befalch in, das si niemant für kain vormund der jungen fürsten halten noch einlassen sollten dann herzog Ludwig von München; muesten im sülichs die burger zuesagen und aug'loben.

Do nun künig Ot verschiden was, schickten die burger gein München zu herzog Ludwig, eröfneten im den letzten willen irs herrn, künig Oten, und paten in, das er käm und die stet als ein vormund irer jungen fürsten und herrn einnäm. Aber graf Albrecht und Adlram gebrueder von Hals, Hartlieb Puechberger, Calhoch von Wintzer, Albrecht Schönstainer und der maist adl aus undern Bairn die wollten zu vormunder haben die fürsten von Österreich, mit namen herzog Fridrich Hainrich Leitpold und Oten, der die swester, frau Elspeten, der jungen fürsten aus Bairn zu der ee het, wollten herzog Ludwig von München für kain vormund halten noch annemen. Darumb schickten sie zu den fürsten von Österreich. Die schickten ein grossen raisigen zeug herauf in nidern Bairn mit drein haubtleuten: Ulrich von Waldsê, desselben aiden Ulrich von Pfauberg und Leitpold von Hannberg. Die lies der bairisch adl im Niderland in ire heuser und flecken ein, die raubten und prenten die burger, geistlichen und prelaten, so herzog Ludwig von München zu einem vormund nur haben wollten. Das wert ein ganz jar, das niemant hin und her sicher in bairn mocht ziehen. Herzog Ludwigs brueder pfalzgraf Rudolph am Rein war nit anheims, war bei kaiser Hainrich in welschem land. Doch zuletzt samblet sich zu München herzog Ludwig. Sein haubtleut warn graf Berthold von Neifen und graf Berthold von Graispach, Weichnant von Trausnitz, Hainrich und Wilhalm die marschalken von Piberpach; die warn dieselbig zeit guet kriegsleut. Mit denen ruckt herzog Ludwig von München gein Mospurg, wolt weiter gein Lantshuet und dasselbig als ein vormund der jungen fürsten aus nidern Bairn einnemen. Der bairisch adl aus dem Niderlant mitsambt den Österreichischen (erst oben gemelt ) zogen herzog Ludwig entgegen, wollten in nit in das lant lassen. Ein meil wegs von Mospurg in der Hallertau bei dem dorf Gamelsdorf schluegen si ir wagenpurg. Herzo Ludwig ruckt für sich, griff zu morgen frue die wagenpurg an, stürmet dran bis an den abent. Da geben die feind die flucht, flohen gein Volkmansdorf zue bei Isareck, da die Amper in die Iser felt und ein pruck und furt ist: die pruck ging under in ernider, ertranken ir vil in der Amper, die andern verstiessen sich in dem holz. Die Österreicher, den die gegent nit bekannt war, westen nit wo aus, erlagen der maist tail, warden vierhundert und vierzigk gefangen, die andern warden ein tail erschlagen, ein tail ertrank in der Amper. Man grebt noch daselbs sporn und wer und harnasch aus. Bei herzog Georgen seliger gedechtnus zeiten hat man ein ganz kürisser auf einer grossen puechen gefunden, sein nur die plossen pain noch da gewesen.

Nach disem sig zog herzog Ludwig gein Lantshuet und nam das ganz Niderlant ein als ein vormund; tet im niemand widerstant. Diese schlacht ist geschehen als man zelt dreuzehenhundert dreuzehen jar an sant Merteins abent. Ich hab ein alten brief gesehen, der gêt zu Braunau aus an sant Niclas tag in ietzgenanten jar, darinn sich dieser herzog Ludwig ein vormund schreibt seiner vetern, herzog Hainrichs, herzog Oten und aber herzog Hainrichs.