Ludwig IV., der Bayer

k-Kaiser Ludwig DenkmalLudwig wurde als Sohn des Herzogs Ludwig II. des Strengen und seiner dritten Ehefrau Mechthild von Habsburg, einer Schwester von Albrecht von Österreich, Ende 1281 / Anfang 1282 in München geboren. k-Ludwig d.B. Mnchen 009Nach dem Tode seines Vaters (1294) übernahm sein älterer Bruder Rudolph (1274 – 1319)die Herrschaft im Herzogtum Oberbayern und fungierte neben dessen Mutter auch als Vormund über seinen jüngeren Bruder. Ludwigs Mutter schickte ihn zu ihrem Bruder an den österreichischen Herzogshof, wo er zusammen mit den Habsburger Brüdern Friedrich und Leopold erzogen wurde.

1301 wurde Rudolph vom Habsburger König Albrecht gezwungen, Ludwig als Mitregenten anzuerkennen, zeitlebens bestand zwischen den Brüdern ein Zwist. 1310 erzwang Ludwig eine Teilung Oberbayerns, versöhnte sich aber 1313 wieder mit Rudolph und das Herzogtum wurde wieder gemeinsam regiert.

Nach der für Ludwig erfolgreichen Schlacht bei Gammelsdorf wurde Ludwig 1314 von der luxemburgischen Partei der Kurfürsten (Erzbischof von Mainz, Erzbischof von Trier, König Johann von Böhmen, Markgraf Woldemar von Brandenburg, Herzog Johann von Sachsen-Lauenburg) in Frankfurt zum deutschen König gewählt und am 25. November in Aachen gekrönt. Als Gegenkönig wurde der Habsburger Herzog Friedrich der Schöne von Österreich von der Gegenpartei ( Erzbischof von Köln, Herzog Rudolph von Oberbayern, Herzog Heinrich von Kärnten, Herzog Rudolf von Sachsen-Wittenberg) gewählt und in Bonn gekrönt.

Der Kampf um die deutsche Königskrone dauerte bis 1322, als in der Schlacht bei Mühldorf Ludwig seinen Widersacher in einer entscheidenden Schlacht besiegte und gefangen nahm. Bis zum Frühjahr 1325 wurde Friedrich auf der Burg Trausnitz im Tal festgehalten, danach versöhnten sich die ehemaligen Jugendfreunde wieder und Ludwig trug seinem ehemaligen Gegner die Mitregentschaft an.

k-Mnchen HofgartenLudwig bemühte sich vergeblich um die Anerkennung durch Papst Johannes XXII., der in Avignon residierte. Nachdem sich Ludwig in die Italienpolitik einmischte und die Interessen der Kurie missachtete, verhängte der Papst 1324 den Kirchenbann über Ludwig. Der Konflikt zwischen dem deutschen König und dem Papst spitzte sich so weit zu, dass Ludwig nach seiner Krönung zum Kaiserk-Ludwig IV Kaiser in Rom (1328) Johannes XXII. absetzte und einen Gegenpapst (Nikolaus V.) ernannte.k-Karte Bayern Ludwig IV

Ludwig der Bayer war bestrebt, sein Herzogtum zu stärken und auszubauen. Nach dem Aussterben der niederbayerischen Linie (1340) wurde das Herzogtum wieder vereinigt. 1323 belehnte Ludwig seinen Sohn Ludwig mit der Mark Brandenburg, durch Heiratspolitik wurde die Grafschaften Tirol, Holland, Seeland und Friesland erworben.

Ludwig war verheiratet in erster Ehe mit Beatrix von Schlesien-Glogau, mit der er 3 Kinder hatte und nach deren Tod (1322) mit Margarete von Holland, mit der er 8 Kinder hatte.

G.C.Krämer beschrieb Ludwig 1825 „nach Schriftstellern seiner Zeit" folgender Maßen:

„Ludwig hatte einen starken und wohlbeleibten Körperbau, kastanienbraunes Haar, graue Augen, einen scharfen, durchdringenden Blick; aber immer ein heiterse Lächeln auf seinen Zügen; eine schön gebildete etwas gebogene Nase, runde Wangen, ein volles Kinn, einen starken Hals und breite kräftige Schultern.

Er besaß ungemein viele Gewandtheit, und übte meisterhaft die Kunst der Waffen; nie dachte er an Gefahr; er war im Gegentheile manchesmal zu heftig und wahrhaft tollkühn. Seine edle Bildung und sein munterer, natürlicher Sinn machten ihn sehr liebenswürdig; er wußte alle Gesellschaften zu erheitern. Sein Gang war stolz; sein Schritt gleichmäßig, doch etwas schnelle; er selbst ging immer sehr einfach gekleidet, und war äußerst mäßig. Man findet während Ludwigs Regierung keinen Hang zum Luxus, zu ausschweifenden Festen u.d.gl.; noch weniger aber nur die geringste Ungerechtigkeit gegen einen Unterthan, oder Grausamkeit gegen Feinde, die früher das Andenken so manches Fürsten befleckte. ..."

k-Ludwigs TodEr starb am 11.Oktober 1347 in der Nähe von Puch bei Fürstenfeldbruck k-Grabmal Frauenkircheund liegt in der Frauenkirche in München begraben.

 

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Abb. 1 - 7: Privatbesitz