Ritter auf Seiten Ludwigs

 

  Neben den Städten unterstützten Ludwig IV. bei der Schlacht bei Gammelsdorf vor allem oberbayerische Ritter und Ritter aus dem sog. Nordgau. Aber auch in Schwaben und Franken konnte er Verbündete gewinnen.

Im Folgenden eine Auflistung der Ritter, deren Teilnahme in möglichst zeitnahen Dokumenten quellenmäßig gesichert scheint.

k-schweppermann2Siegfried Schweppermann ( Seyfried Schwepfermann, ..): Er ist der bekannteste Ritter im Heer des Bayernherzogs, vor allem durch den Ausspruch Ludwigs „Jedem Mann ein Ei, dem braven Schweppermann aber zwei.", den er nach der Schlacht bei Mühldorf 1322 getan haben soll. Schweppermann wurde um 1257 in Hillohe bei Lauterhofen im heutigen Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz geboren und starb 1337 in Deinschwang bei Lauterhofen. k-Schweppermann Darstellungk-Ausflug Kastl 8Er war ein Feldhauptmann der Reichsstadt Nürnberg und nahm an mehreren Schlachten an der Seite Ludwigs teil. Dieser belehnte ihn nach der Schlacht bei Gammelsdorf mit der Burg Grünsberg bei Altdorf im Nürnberger Land. Die Burg Pfaffenhofen, auch Schweppermannsburg genannt, kam wahrscheinlich erst unter seinen Söhnen in den Besitz der Familie.

Rüdiger Pinzinger (Rudger der Puntzinger): Er stammt aus dem heutigen Landkreis Cham (Pinzing, Gem. Weiding) und wurde bekannt da er das feindliche Banner eroberte – „daß er an demselben Streit der Feinde Panier niederbrach und den Udemir viench".

Dietrich von Flügelsberg (Dietrich, der Schenk von Flügelsberg): Seine Stammburg war die Burg Flügelsberg, heute eine Ruine über dem Ort Meihern bei Riedenburg im Altmühltal.

Friedrich von Eschenbeck: Er bekam „für seinen treuen Dienst und den Schaden den er bei uns nahm in dem Streit zu Gammelsdorf" die Vogtei über das Gut zu Ebersbach, einem Dorf zwischen Bamberg und Bayreuth.

Polwein Winzerer: Seine Stammburg war die Veste Niederwinzer, von der heute nur noch spärliche Reste oberhalb der Ortschaft Winzer an der Donau vorhanden sind.

Ulrich der Neuenburger: Sein Stammsitz Burg Neuenburg liegt in der Nähe von Durach im Landkreis Oberallgäu und ist nur noch als Ruine in Form von Mauerresten und dem Bergfried vorhanden. Er stammte aus dem Geschlecht der Herren von Sulzberg, die sich um 1300 in zwei Linien aufspalteten.

k-Ausflug Trausnitz 23Kunrad der Zenger, Ortlieb der Zenger, Heinrich der Zenger, Markwart der Zenger: Die Zenger waren ein altes und mächtiges Adelsgeschlecht, das seit 1200 in der Oberpfalz einige Burgen, unter anderem auch die Burg Trausnitz im Tal, besaß.

Heinrich der Geiganter: Von der Burg Geigant aus dem 10. Jahrhundert bei Waldmünchen sind heute nur noch Reste vorhanden. Heinrich der Geiganter war einer der bedeutendsten Vertreter dieses Geschlechts.

Heinrich der Aichacher:

Der alte und der junge Löhlein von Sulzbach: Die Burg Sulzbach liegt in Sulzbach-Rosenberg in der Oberpfalz. 1305 kam sie auf dem Erbweg in den Besitz der oberbayerischen Herzöge.

Friedrich der Frank von der Veste Rosenberg über der Stadt Kronach.

Albrecht von Tanne:

Wolfhart der Zeller:

Konrad der Seft:

Jordan der Puntzinger:

Rudger der Kemnather und Konrad der Kemnather: Die beiden Brüder waren getreue Diener Ludwigs Die Ortschaft Kemnath liegt im Landkreis Tirschenreuth, die Burg Waldeck, heute Ruine, bei Kemnath wurde 1283 von Herzog Ludwig dem Strengen gekauft.

Heinrich der Lengenfelder von Rosenberg: 1314 vergaben die Herzöge von Bayern die Burg Rosenberg dem Heinrich Lengenfelder zu Lehen

Ruger der Schmid: Er saß auf der Burg Pfaffenhofen.k-Burg Schweppermann

Außerdem sind, da sie bei Aventin oder z.B. in den „Bayerischen Annalen" von 1835 als Verbündete Ludwigs genannt werden, folgende Ritter zu nennen:

Graf Berthold von Neyffen(von Graisbach): (* um 1290, + 1342) war einer der wichtigsten Räte Ludwigs des Bayern.

Graf Weichnand von Trausnitz: Er war ein enger Vertrauter von Herzog Ludwig, der 1305 die halbe Veste Trausnitz für seine Verdienste als Lehen erhielt.

Marschall Heinrich von Biberbach und Wilhelm von Biberbach: Hier handelt es sich um zwei Brüder, Söhne des Hiltprand von Pappenheim an der Altmühl.

Konrad von Schlüsselberg: (* um 1273, * 1347 auf Burg Neideck) Er war der einflussreichste und zugleich letzte aus dem mächtigen Geschlecht der von Schlüsselberg und ein enger Vertrauter Ludwigs des Bayern.

Graf Eberhard von Wirtemberg: (* 1265 in Stuttgart, + 1325 ebenda) Eberhard I der Erlauchte war von 1279 bis 1325 Graf von Württemberg und war mit Herzog Otto von Niederbayern eng verbündet. Nach dessen Tod war er anfangs für Ludwig, söhnte sich aber 1315 mit Friedrich aus und unterstützte diesen. Erst nach der Schlacht von Mühldorf unterstützte er wieder Ludwig den Bayern.

Heinrich von Raidenpuch (Raitenbuch): 1317 wird Heinrich als „Ludwig des Bayern Hofmeister" genannt.

Heinrich von Ehrenfels: Die Burgruine Ehrenfels liegt bei Beratzhausen nordwestlich von Regensburg.

Heinrich der Dachsholerer (Dahsholer, .. Heinrich von Taxölden): Das angesehene Rittergeschlecht der Dachsolerer hatte seinen Sitz in der kleinen Ortschaft Taxölden im heutigen Landgericht Neunburg vorm Wald.

 

Bildnachweis:

Abb. 1:

Abb. 2 - 5: Privatbesitz