Was heute noch an die Schlacht bei Gammelsdorf erinnert.

Besucht man heute den Ort Gammelsdorf und wandert über den Ort des Geschehens, das Streitfeld, so findet man keinerlei Spuren des damaligen Kampfgetümmels. k-Gammelsdorf Luft Streitfeld 1Nicht einmal die „alte Römerschanze", die vor einhundert Jahren noch bei Gelbersdorf erkennbar war und die angeblich von den Österreichern genutzt wurde, ist heutzutage im Gelände noch zu erkennen.

Auch der riesige Grabhügel bei Flickendorf, unter dem Historiker des 19. Jahrhunderts die gefallenen Ritter vermuteten, ist verschwunden. Es war auch mit größter Wahrscheinlichkeit kein Grabhügel, sondern der Rest eines Turmhügels einer mittelalterlichen Befestigung.

Das Kreuz, das auf dem Willersdorfer Friedhof an angeblich Gefallene bei der Schlacht bei Gammelsdorf erinnert, ist m.E. auch falsch beschriftet. Die hier begrabenen , bei Erdarbeiten aufgefundenen Skelette stammen wahrscheinlich von im 30-jährigen Krieg Erschlagenen.

Trotzdem hat die Schlacht bei Gammelsdorf in dem Ort seine Spuren hinterlassen.

k-Gammelsdorf wappenDas Wappen der Gemeinde, 1965 angenommen, weist mit Lanze, Armbrustbolzen und Morgenstern auf blauem Grund auf die Schlacht hin.

Am Ortseingang begrüßt einen das Denkmal von 1842.

Steht man davor, so liegt rückwärts die Flur mit dem Namen Streitfeld.  
Diese zierte nach einer alten Quelle in früherer Zeit ein hölzernes Kreuz. Welches der heute an der Straße nach Moosburg befindlichen Feldkreuze die Nachfolge dieser „Kreuzsäuln" angetreten hat ist nicht mehr festzustellen.k-Wegkreuz auf Streitfeld
k-Wegkreuz Rand StreitfeldDas erste befindet sich gleich gegenüber dem Denkmal auf der linken Straßenseite. Matthias Bauer veranlasste 2009 eine Generalsanierung.
Das zweite befindet sich mitten im Streitfeld auf der rechten Seite der Straße nach Moosburg.
 

Im Dorf selbst weisen einige Straßennamen auf die Schlacht hin. „Ludwigstraße" und „Friedrichstraße" sind nach den zwei Kontrahenten benannt. Der Name „Königstraße" wurde im Andenken an den Besuch des Prinzregenten Ludwig, später König Ludwig III, der sich zur 600Jahr-Feier im damals neu erbauten Pfarrhof kurz aufhielt, gewählt.

 

k-Kirchenfenster Hl. InStk-Kirchenfenster Hl. MoLaIn der Kirche findet man nicht nur die Darstellungen der Schlacht links und rechts in den Fenstern neben dem Altar, sondern auch die Wappen und Schutzheiligen der beteiligten Städte in den angrenzenden Fenstern.

k-Kirche Wappen Straubingk-Kirche Wappen Landshutk-Kirche Wappen Ingolstadtk-Kirche Wappen MoosburgDie Schlusssteine im Kirchenschiff zeigen u.a. ebenfalls nochmals die Wappen der 4 Städte.

Am Maibaum, den natürlich das Gammelsdorfer Wappen schmückt, findet man neben der Darstellung des Denkmals auch die Namen des Schützenvereins „Ludwig der Bayer" und des Patriotenvereins „Weiß-Blau Gammelsdorf", k-Standarte Wei-Blaudie sich dem bedeutenden geschichtlichen Ereignis verbunden fühlen.

Auch das jährlich wiederkehrende Wintertreffen der Patrioten muss in diesem Zusammenhang erwähnt werden, halten diese doch mit dem Zug zum Denkmal und dem Gedenken an die damals Gefallenen die Schlacht bei Gammelsdorf in Erinnerung.

Aber nicht nur in Gammelsdorf findet man Hinweise auf die Schlacht.

k-Schlachtenbild IngolstadtIm alten Rathaus von Ingolstadt ziert eine Wand des Rathaussaales ein monumentales Gemälde aus dem 20. Jh., das die Schlacht bei Gammelsdorf und die Verleihung des Wappens durch Herzog Ludwig IV. an die Ingolstädter darstellt.

k-Scheibenzuber SchlachtbildIm Moosburger Heimatmuseum hängt ein großes Ölgemälde von dem Landshuter Scheibenzuber, das dieser im 19. Jh. malte.

k-Trausnitz SchlachtenbildEin weiteres Ölgemälde mit Darstellung der Schlacht hängt in der Versöhnungskapelle in Trausnitz im Tal.

Beide sind der Farblithographie von 1855 nachempfunden.

 

 

Bildnachweis:

Abb. 1, 3 - 14: Privatbesitz

Abb. 2: Gemeinde Gammelsdorf